Kluges Essen? | #Walthersrezension

Schreibe einen Kommentar
Literatur

Welches Nahrungsmittel würdet ihr mit auf eine einsame Insel nehmen? Mais, Alfalfa-Sprossen, Hotdogs, Spinat, Pfirsiche, Bananen oder Milchschokolade? Diese Frage stellte der Psychologe Paul Rozin einer Gruppe von Amerikanern. Das Ergebnis zeigte, dass sich die meisten Personen für Bananen, gefolgt von Spinat und Mais entschieden. Tatsächlich überleben würdet ihr allerdings lediglich mit Hotdogs und Milchschokolade. Ein Zeichen für die irrationalen Ängste vor Kohlenhydraten, Fett und Zucker, die, laut den Autorinnen Melanie Mühl und Diana von Kopp, beständig geschürt würden. Melanie Mühl arbeitet als Redakteurin bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Diana von Kopp ist Diplompsychologin und Autorin. Beide Publizistinnen schreiben für den Blog „Food Affair“ der Frankfurter Allegmeinen Zeitung.

Weiterlesen

DIE DADA – ein erstes umfassendes Übersichtswerk zum weiblichen Dadaismus im deutschsprachigen Raum | #Walthersrezension

Schreibe einen Kommentar
Kunst / Literatur

Die Kulturwissenschaftlerin Ina Boesch, Herausgeberin von DIE DADA, hätte keinen besseren Zeitpunkt zur Veröffentlichung ihrer Publikation wählen können. Zum einen feiert Dada in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum und zum anderen herrscht in der Kunstwelt seit einiger Zeit eine anhaltende Debatte zu den vergessenen Künstlerinnen der Moderne. So wurden im „Dada-Jahr“ bereits mehrere Ausstellungen speziell zu den Dadaistinnen initiiert, darunter die von Ina Boesch kuratierte Ausstellung Die Dada La Dada She Dada[1]. Auch zu den in Vergessenheit geratenen Künstlerinnen der Avantgardebewegung Der Sturm gab es 2015 eine umfangreiche und mit internationalen Leihgaben ausgestattete Retrospektive in der Schirn Kunsthalle Frankfurt zu sehen.[2] Ebenso wie die Publikation Ina Boeschs, verfolgte diese das Ziel, die in Vergessenheit geratenen Künstlerinnen der Avantgardebewegung wieder, oder erstmals, in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken und ihr Werk einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Weiterlesen

Was ist Écriture automatique? | #Walthersfrage

Schreibe einen Kommentar
Kunst / Literatur
André Breton, 1924

Bei den ersten Kunstwerken des Surrealismus handelte es sich um geschriebene Texte. Diese Texte waren Ergebnisse der Écriture automatique (dt. automatische Schreibweise), einer Technik, die den Automatismus in den künstlerischen Schaffensprozess seiner Begründer integrieren sollte. Diese waren die drei Freunde André Breton, Phillippe Soupault und Louis Aragon. Sie fanden sich zumeist in Bretons Atelier zu Séancen zusammen, während dieser sie diese neuen Techniken ausgiebig testeten. Unter Séancen sind in diesem Zusammenhang gemeinschaftliche Sitzungen zu verstehen, bei denen die Mitglieder der surrealistischen Gruppe durch unterschiedlichste Methoden versuchten das Unbewusste zu Tage zu fördern. Als eine dieser Methoden etablierte sich schnell die Écriture automatique. Hierbei sollen sich die Schreibenden ein Blatt Papier und einen Stift zur Hand nehmen und ohne darüber nachzudenken mit dem Schreiben beginnen. Breton liefert in seinem Manifeste du Surréalisme (1924) folgende Anleitung:

Weiterlesen

Der Fluss

Schreibe einen Kommentar
Poesie

Umreißende Kraft der Natur. Tote Steine wie abgeschlagene Köpfe. Blässe. Sie rollen. Stechendes Hell, Schmerz in dem Auge, wo ist das Licht? Modrig und glitschig, Gäste, was suchen sie hier? Lärmende Stille, unbeirrbar, Ruhe dem Lärm! Wo geht es weiter? Blindes Entsetzen, eisige Strömung, verwischt in dem Weiß. Blendendes Weiß zum Erblinden geeignet, reichlich vorhanden, greifen Sie zu. Knacken und Krachen, zerbrochene Knochen und ein leiser Wind geht dazu. Es gibt hier kein Dunkel, du kannst nicht entkommen, versuche es nicht! Trocken und rau, Kampf für die Lunge, rasselnde Luft behindert das Atmen. Grellgelbe Stiche, Schreie der Haut, schrumpelnde Masse, stinkend und dampfend hinauf in die Lüfte. Lüfte die weichen, weichen den Kräften, dein Urteil, es ist gefällt.

 

Erinnerung als atmosphärisches Bildprogramm | #Walthersrezension

Kommentare 7
Fotografie / Literatur

Als ich an einem Abend eine Folge titel thesen temperamente sah, wurde der Roman Die Fotografin – die vielen Leben der Amory Clay von William Boyd vorgestellt. William Boyd, der mir trotz seiner Berühmtheit zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt war, hält mit ersichtlicher Freude Fotografien in die Kamera, die er auf dem Flohmarkt und im Internet ersteht. Die Fotografien werden als Boyds „Inspirationsquelle“ beschrieben – er benutzt sie also nicht nur zur Untermalung seines Geschriebenen, sondern lässt sich durch die Fotografien auch zum Schreiben inspirieren. Da diese Herangehensweise nicht die übliche ist, war dies schließlich auch der Grund, weshalb ich mich dafür entschied, den Berlin Verlag um ein Rezensionsexemplar zu bitten – an dieser Stelle vielen Dank hierfür!

Weiterlesen

Le gros orteil – Eine surrealistische Reise in die Welten des großen Zehs | #Waltherssplitter

Kommentare 6
Kunst / Literatur

Der große Zeh. Ein wohl selten beachteter Teil des Körpers. Dennoch der Teil, der dem Menschen im Laufe der Evolution den aufrechten Gang ermöglichte! Wer Lust hat, sich auf eine literarische Reise des Nachdenkens über diesen Zeh zu begeben, ist mit Le gros orteil – Der große Zeh bestens bedient. Denn mit Georges Bataille lässt es sich wunderbar über das Wesen des großen Zehs sinnieren. Unterlegt ist der kurze Essay mit drei Fotografien – Nahaufnahmen zweier männlicher Zehen und die eines weiblichen.

Weiterlesen

Das Gedächtnis im Zeitalter seiner Freunde | #Walthersrezension

Schreibe einen Kommentar
Literatur / Naturwissenschaft

Als sich Sigmund Freud Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Gehirn zu befassen begann, wurde ihm schnell bewusst, dass die technische Entwicklung seinen Erwartungen nicht standhalten konnte – so entstand die Psychoanalyse. Nach Jahren der Forschung und zunehmender wissenschaftlicher Erkenntnis ist es uns heute möglich, nicht lediglich vom Gehirn, gar vom Gedächtnis zu sprechen. Hat sich die Neurowissenschaft doch die Aufgabe gestellt, dem Geheimnis unseres Denkens auf die Spur zu kommen. Wie das versucht wird, das zeigen Hannah Monyer und Martin Gessmann in ihrem Buch „Das geniale Gedächtnis. Wie das Gehirn aus der Vergangenheit Zukunft macht“.

Weiterlesen